Der erste Teil unserer Austauschbegegnung fing vor allen Dingen mit viel Aufregung an, denn wir holten unsere Gäste am Bahnhof ab. Da wir zuvor bereits Kontakt zu unseren irischen Austauschpartner*innen hatten und es eine klare Zuordnung gab, bestand die erste Aufgabe direkt nach der Ankunft unserer Gäste darin, unsere Partner*innen zu finden. Zwar war zuvor die Verunsicherung groß, worüber man sich unterhalten soll, doch das Eis war bei allen erstaunlich schnell gebrochen, sodass die man die Begegnung von Anfang an mit guten Gesprächen beginnen konnte.

Nachdem alle ihre Partner*innen gefunden hatten, liefen wir mit ihnen zur Schule. Dort begann der Tag mit einer Willkommensfeier. Nachdem Frau Müller und Frau Derr die deutsch-irische Gruppe offiziell begrüßten, folgten Auftritte der Streicher- und Bläserklassen. Auch die Gesangsklasse hat uns etwas vorgesungen und die Theater-AG präsentierte einen Ausschnitt aus ihrem zuletzt aufgeführten Theaterstück. Dazu wurde der Text sogar passend sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch (um-)gestaltet. Danach hatten wir Zeit, unseren Gästen die Schule zu zeigen.

Im Anschluss wurde der reguläre Unterricht gemeinsam mit den Austauschpartner*innen besucht. Die irischen Schüler*innen waren alle sehr über die Größe und moderne Ausstattung unserer Schule überrascht. In der 6. Stunde fand schließlich der gemeinsame Brunch statt.

Frisch gestärkt ging es dann zum Bahnhof. Dort machten wir uns auf den Weg nach Mainz-Lerchenberg, da wir gemeinsam das ZDF besucht haben. Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) ist eine der größten öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland und bietet ein vielfältiges Programm aus Information, Bildung und Unterhaltung, darunter Nachrichten, Dokumentationen und Serien. Seit 1984 sind alle Abteilungen des ZDFs auf dem Lerchenberg zentral vereint. Bei unserer Führung lernten wir unter anderem, wie eine Live-Sendung entsteht. Insbesondere das Konzept des „Rundfunkbeitrags“ war für unsere Gäste neu und sorgte für Verwunderung. Der Rundfunkbeitrag finanziert dabei den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, um durch Unabhängigkeit von Staat und Wirtschaft Meinungsvielfalt zu sichern. Diese Neutralität bzw. Programmfreiheit ist der Kernauftrag, um eine ausgewogene Berichterstattung zu gewährleisten.

Viel zu schnell war die Führung und damit auch das Programm des ersten gemeinsamen Tages in Deutschland bereits wieder vorbei und wir verabschiedeten uns.

Am zweiten Tag unseres Austauschs mit unseren irischen Gästen begann morgens um 8:10 Uhr am Bahnhof in Wörrstadt. Unser Zug nach Mainz hatte zwar etwas Verspätung, doch tat dies der guten Stimmung keinen Abbruch und unsere Aufregung, unsere irischen Gäste wiedersehen zu können, stieg weiter an. Nach einer gefühlt kurzen Fahrt kamen wir gut in Mainz an. Vor dem Hauptbahnhof trafen wir dann auch unsere Austauschschüler*innen wieder. Anfangs waren einige von uns kurz nervös, ob das Begrüßen vielleicht seltsam sein würde, aber diese Sorge war unbegründet, denn wir wurden sehr herzlich empfangen und dank der Gesprächsfreudigkeit unserer Gäste aus Irland verging die Zeit schnell.

Gemeinsam sind wir etwa 15 Minuten zum Gutenberg Museum gelaufen. Das Museum wurde ursprünglich im Jahr 1901 gebaut und hat jährlich rund 140.000 Besucher. Dort wurden wir von unserer Museumsführerin in Empfang genommen, die uns durch die Ausstellung führte. Die Leiterin unserer Führung überzeugte neben ihrem breiten Wissen vor allem mit Ihren hervorragenden Englischkenntnissen. Während der Führung wurde uns viel Wissen über den Buchdruck vermittelt und wir konnten sehen, wie dieser funktioniert. Auch wenn einige deutsche Schüler*innen das Museum schon einmal besucht hatten, war es trotzdem sehr interessant.

Im Anschluss ging es durch die verschiedenen Ausstellungsräume. In einer großen Box konnten wir originale Gutenbergbibeln sehen. Außerdem gab es viele Informationen und Bilder. In der letzten Halle waren ebenfalls viele verschiedene Exponate, unter anderem eine große 3D-Darstellung des damaligen Mainz. Besonders gut kam bei allen der Fotoautomat an, bei dem wir in Kleingruppen Bilder machen durften. Die Fotos sahen so aus, als wären sie im Gutenbergstil mit Tinte gedruckt worden.

Nach der Führung wurden wir in Gruppen mit unseren Austauschschüler*innen losgeschickt, um Mainz eigenständig zu erkunden. Ohne feste Vorgaben konnten wir uns daran orientieren, was unsere Gäste interessierte. So kam es zu einem lustigen Moment, als das von den Austauschschüler*innen gesuchte „pink castle“ sich als der Mainzer Dom entpuppte. Damit war unser erstes Ziel klar. Gemeinsam besichtigten wir den Dom auch von innen, was für einige von uns ebenfalls das erste Mal war.

Andere Gruppen gingen shoppen oder spazierten am Rhein entlang. Unsere Gruppe besuchte unter anderem den Mainz Store, damit die Austauschschüler*innen Souvenirs kaufen konnten. Zum Abschluss gab es noch ein Eis in der Römerpassage. Danach trafen sich alle wieder am Fastnachtsbrunnen.

Anschließend stand unser letzter Programmpunkt an, das Mainzer Fastnachtsmuseum, das sich in der Innenstadt von Mainz befindet. Es wurde im Jahr 2004 eröffnet und zeigt die Geschichte der Mainzer Fastnacht, die seit 1837 in organisierter Form gefeiert wird. Das Museum liegt im historischen Gebäude des Proviant Magazins und gehört zu den besonderen kulturellen Einrichtungen der Stadt.

Dort erwartete uns eine weitere Führung. Teilweise mussten wir etwas mehr dolmetschen, aber das Interesse der Austauschschüler*innen blieb trotzdem groß. Im Museum konnten wir viele verschiedene Ausstellungsstücke sehen, zum Beispiel Narrenkappen, Orden, Kostüme, Gardeuniformen und historische Fotos. Auch typische Figuren wie die „Schwellköpp“ sowie die bekannte Bütt wurden gezeigt. Besonders die „Schwellköpp“, große Pappmaché Masken mit übertriebenen Grimassen, fanden unsere Austauschschüler*innen sehr lustig, während einige von uns sie eher etwas gruselig fanden.

Außerdem gab es Videos und Tonaufnahmen von bekannten Fastnachtssitzungen, zum Beispiel Ausschnitte aus „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“. So konnten wir die besondere Stimmung der Fastnacht erleben, die auch als fünfte Jahreszeit bekannt ist. Während des Besuchs bearbeiteten wir in unseren Gruppen einen Fragebogen, dessen Antworten wir am Ende feierlich, fast wie in einer Büttenrede, vorgetragen haben.

Zum Abschluss des Tages durften wir uns noch einmal bis 15:50 Uhr frei in Mainz bewegen. Einige der Austauschschüler*innen wollten unbedingt eine Currywurst probieren, andere nutzten die Zeit, um sich auszuruhen oder noch etwas zu unterhalten. Schließlich trafen wir uns wieder am Fastnachtsbrunnen, verabschiedeten uns und machten uns auf den Heimweg.

Damit ging ein spannender zweiter Tag zu Ende und wir freuen uns schon auf den Gegenbesuch in Irland, der Ende April stattfinden wird.

An dieser Stelle möchten wir uns bei Frau Müller und Frau Klingebiel für die Organisation und Planung des Projekts, bei Frau Derr, Frau Holdenried, Frau Buch, Frau Ziese und Herr Stumpf für die Beiträge bei unserer Willkommensfeier, beim Erasmus+-Team der Schule sowie bei allen Eltern, die uns kulinarisch versorgt haben, bedanken, denn ohne Ihr Engagement wäre eine solche gewinnbringende Begegnung nicht möglich.

Ein Bericht von Sebastian Schube (9a), Lynn Summer Demler (8b), Rubina Memeti und Cecile Kreitschmer (9d)