Bereits vor unsere Reise nach Dublin starten sollte, setzten wir uns in AG-Sitzungen intensiv mit dem Thema Migration auseinander. Dazu recherchierten wir und arbeiteten in Teams, um über sowohl historische als auch aktuellen Migrationserfahrungen in Deutschland und Irland zu lernen und diese vergleichen zu können. Auf diese Weise war es uns in Irland möglich, auf unsere Grundlagen aufzubauen und diese vertiefen zu können. Auch unserer irischen Partner*innen bereiten sich auf unser Projekt vor, indem sie Präsentationen erstellten, sich intensiv mit ihrer eigenen Familiengeschichte auseinandersetzten und eine sogenannte „Speed Dating“-Aktivität vorbereiteten.
Tag 1
Der zweite Teil unseres Austausches startete am Frankfurter Flughafen, von wo aus wir um 11 Uhr losgeflogen sind. Aufgrund einer Zeitverschiebung von einer Stunde landeten wir allerdings bereits um 11:30 Ortszeit in Dublin. Nach der Ankunft im Hostel blieb uns kurz Zeit, die Zimmer zu beziehen, bevor es auch schon mit dem ersten Programmpunkt losging: In gemischten Kleingruppen erkundeten wir eigenständig die Innenstadt von Dublin bei einer Stadtrallye und besuchten verschiedene Sehenswürdigkeiten. Zu jeder Station drehten wir kurze Videos, sogenannte „Fact Snaps“, in denen wir die Orte mit historischen oder aktuellen Migrationsthemen verknüpften. Da wir die Fakten passend zum Thema Migration aussuchten, erfuhren wir viel über Migration nach und innerhalb Irlands sowie über den Einfluss von Migration auf Gesellschaft, Kultur und Umwelt. Den Abend ließen wir dann im Hostel ausklingen und freuten uns alle schon sehr darauf, unsere irischen Austauschpartner*innen am nächsten Tag endlich wiederzusehen.
Marie



Tag 2
Dies war der erste Tag, an dem wir auf unsere Austauschpartner*innen in Irland in ihren Schulen Coláiste Eoin und Coláiste Íosagáin besuchten. Dort wurden uns spannende Einblicke in das irische Schulsystem und den Umgang mit Themen wie Migration und kultureller Vielfalt geboten. Auch arbeiteten wir gemeinsam mit unseren Partner*innen intensiv an unserem Thema „(Why) Migration Matters“ und drehten weitere „Fact Snap Videos“.
Nach einem leckeren Frühstück ging es für uns um 8.30 Uhr mit dem Bus zur Schule. Dort angekommen wurden wir mit einer Schulband, die unter anderem auch einmal mit Lynn (9b) ,,Zombie‘‘ gesungen und danach ,,99 Luftballons‘‘ präsentiert haben, empfangen. Daraufhin wurden wir mit klassischer, irischer Musik überrascht, die von einer anderen Schulband gespielt wurde. Zum Schluss wurde uns noch APT auf Deutsch mit einem passenden Tanz vorgesungen.
Als nächsten Programmpunkt durften wir die klassisch irischen Sportarten Gaelic Football und Hurling ausprobieren, welche uns sehr viel Spaß gemacht haben, besonders da die meisten diese Sportarten nicht kannten.
Daraufhin bekamen wir eine Tour durch die Schule von unseren Austauschschülern*innen. Dort haben wir uns sowohl die Mädchen-, als auch die Jungenschule angesehen und konnten sogar mit paar Lehrer*innen sprechen. Außerdem wurden unsere Fragen geduldig beantwortet. Einige von uns hatten sogar die Chance, kurz mit dem Schulleiter zu reden.
Nach dieser Tour haben wir alle zusammen zu Mittag gegessen. Dort wurden uns typisch irische Gerichte vorgestellt, aber auch ein paar aus Deutschland waren dabei.
Nachdem wir alle zusammen gegessen haben, ging es für die irischen Austauschschülerinnen in den Englischunterricht und für die irischen Austauschschüler in den Matheunterricht. Wir gingen alle mit in den Englischunterricht. Dabei haben einige von uns den klassischen Englischunterricht in Irland kennengelernt, andere von uns haben Spiele auf Englisch gespielt, die sehr viel Spaß gemacht haben.
Nach dem interessanten Unterricht haben wir uns alle versammelt, um intensiv an unserem Thema zu arbeiten. So gab es verschiedene Präsentation und ein „Speed Dating“ gemacht, wo wir den Iren und Irinnen verschiedenste Fragen zu Migration stellen konnten, die sowohl allgemein als auch persönlich waren. Dabei tauschten wir uns darüber aus, wie Migration lokale Gemeinschaften geprägt hat und wie kulturelle Vielfalt im Schulalltag erlebt wird. Gemeinsam diskutierten wir über Möglichkeiten, wie junge Menschen zu einer offenen und inklusiven Gesellschaft beitragen können. Gleichzeitig verglichen wir, wie migrationsbezogene Themen in deutschen und irischen Schulen behandelt werden.
Danach sind wir ein weiteres Mal in den Unterricht mit unseren Austauschpartner*innen gegangen. Alle sind in die verschiedensten Unterrichtsfächer gegangen. Ich war im Biologieunterricht mit meiner Austauschpartnerin und andere waren in Kunst, Business, etc. Es war eine einmalige Erfahrung auch mal den Unterricht in Irland kennenzulernen und vor allem mitzuerleben. Es war sehr spannend zu sehen wie sich die irischen Schüler*innen und Lehrer*innen im Unterricht verhalten. Im Biologieunterricht habe ich einen sehr guten Einblick bekommen. Danach haben wir mit den Schüler*innen eine Deutschstunde gehabt, wo wir Spiele auf Deutsch gespielt haben. Es hat sehr viel Spaß gemacht und war sehr lustig, mit den Austauschpartner*innen deutsche Spiele zu spielen.
Danach haben wir uns verabschiedet und hatten anschließend noch Freizeit in der Stadt. Das war auch sehr lustig und zum Abendessen hatten wir dann Tacos. Das war ein sehr schöner und interessanter Tag, an dem wir einen Einblick in das irische Schulsystem bekommen und unser Wissen zum Thema Migration vertiefen konnten.
Linn und Yamina



Tag 3
Am Donnerstagmorgen trafen wir uns mit unseren Austauschschüler*innen vor dem EPIC The Irish Emigration Museum. Das Gebäude sah schon von außen spannend aus. Im Museum haben wir viel über die Auswanderung aus Irland gelernt, vor allem warum damals so viele Menschen wegen Armut und Hungersnot ihr Land verlassen haben. Gleichzeitig erfuhren wir mehr über die Herausforderungen, Hoffnungen und Erfolge von Migrant*innen sowie über die Bedeutung von kulturellem Austausch und Vielfalt. Die Ausstellung war modern und man konnte auch einiges selbst ausprobieren, was es interessanter gemacht hat. Insgesamt war der Besuch informativ und man hat einen guten Eindruck von der irischen Geschichte bekommen.
Nach dem Besuch des EPIC liefen wir zur Jeanie Johnston. Dort erhielten wir eindrucksvolle Einblicke in die irische Migrationsgeschichte des 19. Jahrhunderts, denn die Jeanie Johnston ist der Nachbau eines majestätischen und weltberühmten „Mirracle Ships“. Mit dem Original wurden im 19. Jahrhundert Menschen, die aus Hungersnot Irland verlassen mussten, nach Nordamerika gebracht. Das besondere und einmalige an der Jeanie Johnston ist, dass an Bord nie auch nur eine Menschenseele verstorben ist. Der Nachbau ist heute ein Museumsschiff, auf dem die Geschichte der Millionen Emigranten der Hungersnot in Irland gezeigt wird und anschaulich vermittelt, unter welchen schwierigen Bedingungen viele Menschen Irland verlassen mussten. Nachdem die Führung auf dem Deck startete., nahm uns unser Guide uns auch mit runter ins Schiff, wo Szenen, welche mit Puppen nachgestellt wurden, gezeigt haben, wie die 250 Passagiere an Bord lebten. So konnten wir uns durch persönliche Geschichten, historische Dokumente und die Besichtigung der engen Lebensräume an Bord ein eigenes Bild davon machen, welche Herausforderungen die Auswandernden damals bewältigen mussten.
Soey-Jolie und Sophie



Tag 4
Nach einem gemütlichen Frühstück, bei dem wir Marie mit Geschenken und einem Lied zum Geburtstag gratulierten, sind wir morgens mit dem Zug nach Howth gefahren. Der ganztägige Ausflug nach Howth verband Naturerlebnis und Geschichte auf besondere Weise. Bei einer geführten Wanderung durch das Naturreservat Howth Head lernten wir, wie verschiedene Bevölkerungsgruppen Irland im Laufe der vergangenen 10.000 Jahre geprägt haben. So liegt in der Nähe von Howth die Insel Ireland‘s Eye, auf der früher Priester lebten, die alles über ihre Religion aufschrieben. Später kamen die Wikinger und übernahmen die Insel, führten dabei eine Währung ein und benannten die Insel „Howth“, was „Kopf“ bedeutet. Danach kamen die Normannen in 1177, geführt von Sir Almoricus Tristram, die einen grausamen Kampf führten. 1804 – 1812 befürchteten die Briten, die Irland eingenommen hatten, einen Angriff von Napoleon, weswegen die Martello-Türme gebaut wurden. Entsprechend wurde bereits während der ersten Hälfte des Tages deutlich, wie eng Migration mit der Entwicklung von Kultur, Gesellschaft und Landschaft verbunden ist.
Am Nachmittag haben wir mit zwei kleinen Booten die Insel Ireland‘s Eye umrundet, wodurch wir viele Möwen, sogenannte irische Pinguine, Seehunde und sogar ein paar Papageientaucher gesehen haben. Gleichzeitig lernten wir viel über deren Funktion als Zugvögel, deren Wanderbewegungen uns an menschliche Migration erinnerten.
Nach der Bootstour sind wir zu einer „Fish and Chips“-Shop gegangen, wo wir uns alle etwas bestellen durften. Als wir wieder mit dem Zug zurück nach Dublin gefahren sind, durften wir uns, da Marie Geburtstag hatte, auch noch alle einen Donut aussuchen, den wir, anstelle eines Geburtstagskuchens, gemeinsam verspeisten. Den restlichen Abend hatten wir alle Freizeit und durften unsere Zeit selbst gestalten. Einige (Klein-)Gruppen machten sich erneut auf in die Innenstadt, während andere die Zeit auf der Dachterrasse oder auf dem Zimmer verbrachten. Um 18:30 Uhr gab es wie gewohnt Abendessen, an diesem Abend mit musikalischer Begleitung durch einen DJ.
Bella und Millie



Tag 5
Unser letzter Tag fing sehr früh an. So trafen wir uns bereits um 6 Uhr morgens im Eingangsbereich des Hostels, schnappten uns unsere Frühstückstüten und machten uns auf den Weg zum Bus, der uns auf direktem Wege zum Flughafen brachte. Leider wurden uns beim Einchecken ein paar Handgepäckskoffer weggenommen, allerdings war dies letztendlich nicht so schlimm, da die Kofferausgabe in Frankfurt sehr schnell war. Auch bei der Sicherheitskontrolle lief alles problemlos, sodass wir uns zügig zu unserem Gate begeben konnten. Da wir dort noch Zeit hatten, reflektierten wir noch einmal die letzten Tage mithilfe eines „5-Finger-Feedbacks“. Dabei stellten wir fest, dass wir alle eine wirklich tolle Zeit hatten, die Gruppe sehr harmonisch war, wir viel über Irland, das Thema Migration, aber auch kulturelle und historische Unterschiede lernen konnten und dass wir uns alle gut mit Englisch verständigen konnten. Bevor das Boarding begann, bekamen wir alle noch einen kleinen Kleeblattanhänger geschenkt, der uns als Erinnerungsstück, aber auch als Glücksbringer dienen sollt. Als das Boarding losging, waren wir eine der letzten, die das Flugzeug betreten haben. Im Flieger haben wir unser Handgepäck verstaut und sind nach einem entspannten und sehr ruhigen Flug wieder zurück in Deutschland gelandet. Dort haben wir unser Gepäck zurückbekommen und sind zum Ausgang gelaufen. Nach einer Verabschiedung sind dann alle ihre eigenen Wege nach Hause gegangen.
Nils
Unser Fazit
Im Laufe unserer Erasmus+-Begegnung wurde uns deutlich, warum Migration ein zentrales Thema für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist. Wir haben gelernt, dass Migration Gesellschaften, Kulturen und persönliche Lebensgeschichten nachhaltig prägt und dass Vielfalt eine wichtige Grundlage für offene und demokratische Gemeinschaften darstellt. Durch die Begegnungen mit den irischen Schüler*innen, die gemeinsamen Diskussionen sowie die zahlreichen historischen und interaktiven Lernorte konnten wir unterschiedliche Perspektiven auf Migration kennenlernen und unser Verständnis für kulturelle Vielfalt und gesellschaftliche Verantwortung erweitern. Gleichzeitig stärkten wir unsere Sprachkompetenz im Englischen, unsere Team- und Kommunikationsfähigkeit sowie unsere Medien- und Präsentationskompetenzen. Darüber hinaus lernten wir, selbstständig und kreativ zu arbeiten, kritisch zu reflektieren und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Die Austauschbegegnung hat uns nicht nur fachlich bereichert, sondern auch persönlich geprägt und unser europäisches Bewusstsein gestärkt.
Ein besonderer Dank gilt dem Erasmus+-Programm, das diese bereichernde Austauschbegegnung ermöglicht hat. Durch die Unterstützung von Erasmus+ hatten wir die Chance, neue Kulturen kennenzulernen, internationale Freundschaften zu schließen und wertvolle Erfahrungen für unsere persönliche und schulische Entwicklung zu sammeln. Ebenso möchten wir uns herzlich bei unserer irischen Gastschule, den beteiligten Lehrkräften sowie allen Organisatorinnen bedanken, die mit großem Engagement zum Gelingen der Mobilität beigetragen haben. Die herzliche Aufnahme, die spannenden gemeinsamen Aktivitäten und der offene Austausch haben diese Woche zu einer unvergesslichen Erfahrung gemacht.



