„Es waren einmal zwei Lehrerinnen und acht Schüler*innen, die sich als Pioniere ihrer Schule auf ein märchenhaftes Abenteuer begeben, um eine magische Brücke zwischen zwei fernen Welten, die sogar ein Ozean trennt, zu zaubern. Gemeinsam wagen sie einen Tanz der Kulturen, um das Geheimnis des Miteinanders zu ergründen.

Bereits seit über einem Jahr sind das deutsche Schloss und die amerikanische Burg durch einen unsichtbaren Faden des Lernens und der Freundschaft miteinander verbunden. Ganz bald schon ist es dann endlich so weit: Die deutschen Schüler*innen und Lehrerinnen tauchen in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ein, wo sie die Möglichkeit erhalten, nicht nur die fremde Sprache zu meistern, sondern auch die Geheimnisse der fremden Kultur zu entschlüsseln. Gemeinsam mit ihren neuen Freunden erleben sie viele spannende Abenteuer und müssen dabei aber vermutlich auch die ein oder andere Hürde meistern.

Und nein, liebe Leser, dies ist kein gewöhnliches Märchen, sondern die lebendige Geschichte unseres wahrhaftigen Schüleraustauschprogramms zwischen der US-amerikanischen Pana High School in Pana, Illinois und unserer Schule, der GFG Wörrstadt, die in diesem Frühjahr erstmalig stattfinden wird.

Wenn auch Sie wissen möchten, wie die Geschichte weitergeht, ob es ein Happy End gibt und welche Erlebnisse die Abenteurer bestreiten werden, dann bleiben Sie gespannt, denn ab dem 24.02.2024 erwarten Sie zeitnah zahlreiche märchenhafte Geschichten.“

Mareike Rottmann

Tag 1

24.02.24

Liebes Tagebuch,

Heute öffneten sich die Tore zu unserem Abenteuer, das erste magische Kapitel unserer großen Reise.

Das erste Hindernis erwartete uns bereits am Vortag des Abfluges als Last Minute Flugänderungen uns zu einer späteren Abreise mit mehreren Prüfungen zwangen. Wir versammelten uns um 7:00 Uhr am Check-in-Schalter am Frankfurter Flughafen. Die Aufregung war  greifbar, als wir uns von unseren Eltern verabschiedeten. Doch in unseren Herzen loderte die Flamme der Vorfreude auf die wundervolle Reise, die vor uns lag.

Voller Entschlossenheit wagten wir, sechs tapfere Schülerinnen und zwei mutige Schüler in Begleitung unserer zauberhaften Lehrerinnen, den ersten Schritt in das erste Flugzeug. Unser Weg führte uns zunächst nach Paris, wo die Welt wie aus einem Märchenbuch erschien. Hier meisterten wir das zweite Hindernis, nämlich den erfolgreichen Umstieg in Flugzeug Nummer 2. Nun folgte ein ruhiger neunstündiger Flug nach Chicago. Mit Geschichten und Lachen, mit Filmen und Spielen sowie kulinarischen französischen Köstlichkeiten erreichten wir unser Zwischenziel in Windeseile.

Als wir endlich in Chicago landeten, öffnete sich vor uns eine Welt voller Wunder und Magie, die eine nächste Prüfung für uns bereit hielt. Doch auch diese meisterten wir mit viel Geduld und so wurde uns die Einreise in die Vereinigten Staaten von Amerika nach eineinhalb Stunden des Wartens gewährt.

Wir eilten, um unseren Anschlussflug zu erreichen, und nach einer langen Reise fanden wir uns schließlich in St. Louis wieder. Als wir aus dem Flugzeugfenster blickten, sahen wir die leuchtende Stadt unter uns und fühlten uns von der Schönheit und dem nächtlichen Zauber der Lichter umarmt.

Mr. Dail, ein guter Geist dieses uns noch fremden Landes, hieß uns mit offenen Armen willkommen und verwöhnte uns mit Lunchpaketen, die wie Geschenke aus dem Paradies erschienen. Von drei mächtigen, typisch amerikanischen, Vans wurden wir abgeholt, und die Menschen empfingen uns mit einer Gastfreundschaft, die aus den Märchenbüchern entsprungen zu sein schien. An der Pana Highschool angekommen, wurden wir von unseren Austauschschülern begrüßt, und es war, als hätten wir uns schon immer gekannt.

Diese Reise ist mehr als eine gewöhnliche Reise. Sie ist ein magisches Abenteuer, das uns Schülerinnen und Schüler auf ewig verbinden wird. Es ist ein Traum, der endlich wahr wird, ein Kapitel, das sich in unsere Herzen einbrennen wird.

Bis bald, liebes Tagebuch, und möge das Märchen weitergehen.

Mit zauberhaften Grüßen, deine Reisenden.

(geschrieben von Rüya)

Tag 2

25.02.24

Liebes Tagebuch,

am heutigen Sonntag, dem ersten Tag nach unserer langen Anreise, verbrachten wir in unseren jeweiligen Gastfamilien. Jeder von uns brachte kleine, individuelle Geschenke mit, um unsere Dankbarkeit für die uns entgegengebrachte Gastfreundschaft zum Ausdruck zu bringen. So verlief dieser Tag für jeden von uns sehr unterschiedlich. Manche genossen eine kleine Stadtrundfahrt durch Pana und der wundervollen Umgebung, andere starteten den Tag mit einem Kirchenbesuch, der in den USA anders gestaltet wird als in Deutschland, wieder andere wurden mit einen bezaubernden Frühstück beglückt. Alle jedoch bewunderten die charmanten Plätze, die ihnen völlig neu waren. Viele gingen am Mittag zu einer ersten Shoppingtour ins benachbarte Springfield, um einen ersten Eindruck der Größe und der Produktvielfalt der hiesigen, typischen Geschäfte wie „Target“ oder „Scheels“ zu bekommen.

Doch nicht nur die Größe der Geschäfte überraschte uns. Auch die Größe der Wildtiere und Fahrzeuge, aber besonders die Größe der landwirtschaftlichen Maschinen sowie die Größe der zu bewirtschafteten Felder brachten uns zum Staunen. Im Gegensatz zu den Feldern zuhause in Deutschland gibt es hier keine Feldwege, die einzelne Parzellen unterteilen. Die meisten Farmen in der Region um Pana sind Familienbetriebe, deren agrarwissenschaftlichen Wurzeln auf mehrere Generationen zurückreichen, und somit steht die Berufswahl für einige junge Menschen schon sehr früh fest. Die Betriebe bieten Arbeitsplätze für Eltern, Großeltern, Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen. Nur selten werden Arbeiten von Dienstleistern in Anspruch genommen, wie uns die Gasteltern erklärten.

Gegen Abend starteten unsere ersten kulinarischen Kontakte mit den landestypischen Restaurants und Coffeeshops wie Raising Cane’s, Grill-and-chill, Pizza Man, Scoop‘d Ice Cream&Coffee, Grab-a-Java, Whiskey Bill‘s Saloon und Chadito‘s Mexian American Grill

Ein besonderes Erlebnis war dabei das Probieren des sogenannten „Horseshoe“ – eine lokale Spezialität bestehend aus den folgenden übereinander gestapelten Zutaten: Eine getoastete Weißbrotscheibe, einem Burgerpatty, Pommes Frites und Käsesoße.

Eine weitere Offenbarung ist das Konzept des sogenannten „free refill“, denn Softdrinks werden in den USA nach dem Kauf des ersten Glases kostenlos nachgefüllt.

So frisch gestärkt begaben wir uns dann alle glücklich, voller spannender neuer Eindrücke aber auch erschöpft wohlverdient ins Land der Träume.

Mit zauberhaften Grüßen, deine Reisenden.

(geschrieben von Frau Kern und Frau Rottmann)