Bericht über die Weimarfahrt
*Mittwoch*
Am Mittwoch ging es bereits sehr früh los, um mit dem Zug nach Weimar zu fahren. Die lange Zugfahrt verlief reibungslos und so kamen wir wie geplant um 12:30 Uhr im a&o Hostel an. Dort bekamen wir eine kurze Einweisung, anschließend sind wir auf unsere Zimmer gegangen.
In Kleingruppen haben wir verschiedene Themen wie z. B. Goethe oder das Bauhaus in Weimar mit Hilfe einer Rallye erforscht. Kurz darauf sind wir ins Weimarhaus gegangen. Dort bekamen wir innerhalb von 30 Minuten in acht verschiedenen Räumen eine Zusammenfassung der Weimarer Geschichte. Die einzelnen Epochen werden in Dioramen durch Wachsfiguren mit aufwändigen Lichtinstallationen und passender Geräuschkulisse präsentiert.
Danach hatten wir noch mehr Zeit, um an unserer Rallye weiterzuarbeiten oder einfach so die Stadt zu erkunden. Abends haben wir noch zusammen verschiedene Spiele wie Werwolf oder UNO gespielt. Gegen 21:00 Uhr mussten wir unsere Handys abgeben. Da es in den Zimmern sehr warm war, sind einige noch einmal vor das Hostel gegangen und haben die frische Luft genossen.
*Donnerstag*
Am Donnerstag gab es morgens um 8:30 Uhr Frühstück. Für den Tagesausflug haben wir noch ein Lunchpaket gepackt. Dieses hat vielen Klassenkameraden nicht gefallen, aber wir konnten uns gut in der Stadt versorgen.
Um unser Hauptziel der Studienfahrt zu erreichen, haben wir den Bus zum Konzentrationslager Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar genommen. Dort angekommen, sind die meisten nach einer kurzen Ansprache direkt ins Krematorium gegangen. Man konnte dort die Verbrennungsöfen, den Leichenkeller, die Pathologie und einige Gedenktafeln sehen.
Links davon befand sich der sogenannte Erschießungsraum im Pferdestall, der als Arztpraxis getarnt war. Den Häftlingen wurde gesagt, sie müssten sich ausziehen, um vermessen zu werden. In Wirklichkeit wurden sie dabei mit Hilfe der Genickschussanlage erschossen. Im Raum standen zur Tarnung normale ärztliche Geräte, wie man sie auch heute noch benutzt.
Auf dem Gelände des Konzentrationslagers gibt es außerdem ein großes Museum. Dort waren viele Medien über diese schlimme Zeit zu sehen. In der Ausstellung konnte man auch die Häftlingskleidung anschauen. Davon gab es unterschiedliche Arten: manche waren blau-weiß gestreift, andere schwarz-weiß gestreift und einige einfarbig. Ebenso konnte man Briefe, Fotos, Gipsgesichter, Dokumente, Töpfe und andere Gegenstände aus der damaligen Zeit sehen.
Auf dem Lagergelände konnten wir uns frei bewegen. Dabei haben wir die Umrisse der ehemaligen Baracken, in denen viele Häftlinge auf sehr engem Raum zusammenleben mussten, die Goethe-Eiche und viele Mahnmale gesehen. Besonders schockierend war der Bärenzwinger, welcher direkt neben dem Lager steht. Die Bären hatten einen gemauerten Zwinger mit viel Platz und bekamen regelmäßig gutes Futter. Die Häftlinge dagegen lebten auf engstem Raum in den Baracken und hungerten.
Beim Betreten des ehemaligen Konzentrationslagers hat uns alle ein bedrückendes Gefühl überkommen. Die Eindrücke, die Geschichte und die Atmosphäre vor Ort haben uns mitgenommen und nachdenklich gemacht. Was unser Jahrgang in dem KZ gesehen hat, hat uns zutiefst erschreckt.
Oben beim großen Parkplatz gab es noch ein kleines Kino, in dem ein 20-minütiger Film über die Zeit im Konzentrationslager gezeigt wurde. Diesen haben wir uns auch angeschaut, bevor es wieder zurück zum a&o Hostel nach Weimar ging.
Am Nachmittag sind die meisten noch einmal mit dem Bus in die Innenstadt gefahren, um dort durch die Stadt zu schlendern. Klassenintern haben wir uns über den Besuch im Konzentrationslager Buchenwald unterhalten und uns notiert, welche Gedanken, Eindrücke und Erlebnisse wir über den Tag verteilt hatten. Abends mussten wir gegen 21:00 Uhr wieder unsere Handys abgeben und haben noch in Gruppen Spiele gespielt.Da es in den Zimmern so warm war, sind einige noch mal vor das Hostel gegangen und haben die frische Luft genossen.
*Freitag*
Am Freitag war unser letzter Tag in Weimar. Frühstück gab es bereits um 8:00 Uhr. Noch vor dem Frühstück haben wir angefangen, unsere Koffer zu packen und die Zimmer aufzuräumen und besenrein zu hinterlassen.
Gegen 10:30 Uhr fuhren wir mit dem Zug von Weimar nach Erfurt. In Erfurt hatten wir dann etwa drei Stunden Freizeit. Da unsere Lehrer auf alle Koffer aufgepasst haben, konnten wir unbeschwert die Stadt erkunden. Einige sind über die berühmte Krämerbrücke geschlendert, haben sich die Innenstadt angeschaut oder sind noch Souvenirs und etwas zu essen einkaufen gegangen. Andere haben die Zeit einfach genutzt, um sich zu entspannen und zusammenzusitzen.
Am späten Nachmittag ging es dann mit dem Zug weiter zurück. Gegen ca. 19:10 Uhr kamen wir müde, aber mit vielen neuen Eindrücken wieder in Wörrstadt an. Damit endete unsere Studienfahrt nach Weimar.
Trotz der bedrückenden Eindrücke war der Besuch für uns alle wichtig, um zu verstehen, warum man so etwas nie vergessen darf.
Von Stina Glaser 10a, Evangeline Fitting 10a, Sarina Ruban 10a und Lena Schäfer 10a