Georg Forster

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Georg Forster2018-02-28T15:07:25+00:00

Steckbrief

  • 27. November 1754 geboren

  • Weltreise

  • Lehrer/Professor für Naturgeschichte

  • Bibliothekar an der Universität Mainz

  • Reise durch Europa mit Alexander von Humboldt

  • Mitglied des Mainzer Jakobinerklubs

  • Mitbegründer der Mainzer Republik

  • 10. Januar 1794 gestorben

Der Naturforscher und Ethnologe

„Er lernte schnell die Sprachen der polynesischen Inseln. Seine Berichte über die Polynesier sind bis heute anerkannt, weil Forster den Bewohnern der Südsee-Inseln mit Einfühlung, Sympathie und weitgehend ohne christlich-abendländische Vorurteile begegnete. Andererseits hütet er sich auch vor einer Idealisierung der „edlen Wilden“. Mit dieser Art der einfühlenden Beobachtung war Forster anderen Völkerkundlern seiner Zeit weit voraus.

Der Reiseschriftsteller

1777 veröffentlichte Georg Forster die für das allgemeine Publikum gedachte Reisebeschreibung „A Voyage Round The World“ (dt.: Reise um die Welt). Das Werk machte den jungen Autor sofort berühmt und es gilt bis heute als eine der bedeutendsten Reisebeschreibungen. Mit ihm beginnt die Geschichte der modernen deutschen Reiseliteratur. Forster pflegte eine geschliffene deutsche Prosa. Wissenschaftlich exakt und sachlich fundiert, verstand er es, zugleich spannend und gut lesbar zu schreiben. Seine Werke zeichnete vor der bis dahin üblichen Reiseliteratur aus, dass sie keine bloße Aneinanderreihung von Daten darstellten, sondern zusammenhängende, anschauliche und verlässliche ethnografische Fakten boten, die durch eingehende und teilnehmende Beobachtungen zustande gekommen waren. Dabei galt sein Hauptaugenmerk immer den Menschen, denen er begegnete, ihrem Verhalten, ihren Bräuchen, Sitten und Religionen sowie ihren Gesellschaftsformen.

Der Professor

Als Professor für Naturgeschichte war Forster zunächst in Kassel, ab 1784 im damals polnischen Wilna tätig. Er stand in regem Austausch mit den wichtigsten Vertretern der Aufklärung in Deutschland, u.a. mit Lichtenberg, Lessing, Herder, Wieland und Goethe. 1788 nahm er die Stellung des Oberbibliothekars der Universität Mainz an.

Der Demokrat

Als Wissenschaftler und Aufklärer war Forster Gegner der undemokratischen, ungerechten und überholten Adelsherrschaft. Wie andere deutsche Gelehrte begrüßte er die Französische Revolution von 1789.
Nachdem die französische Revolutionsarmee unter General Custine am 21. 10. 1792 Mainz besetzt hatte, gründete Forster sofort den Jakobinerclub „Freunde der Freiheit und Gleichheit“. 1793 war er an der Entstehung der Mainzer Republik beteiligt. Die erste auf bürgerlich-demokratischen Grundsätzen aufgebaute Republik auf deutschem Boden umfasste in etwa das linksrheinische Gebiet zwischen Landau und Bingen. Forster war Vize-Präsident der provisorischen Verwaltung, Abgeordneter im Rheinisch-Deutschen Nationalkonvent und Redakteur des demokratischen „Volksfreunds“. Im Juli 1793 wurde die Mainzer Republik durch deutsche Truppen beendet.

Würdigungen

„Unter allen deutschen Schriftstellern, atmet keiner so sehr den Geist freiheitlichen Fortschritts wie Georg Forster. Man legt keine seiner Schriften aus der Hand, ohne sich nicht bloß zum Selbstdenken belebt und bereichert, sondern auch erweitert zu fühlen“ (F. Schlegel, 1797)

„Der Weltbürger Forster (der erste, der diesen Namen wirklich verdiente), der Ethnologe, Biologe, Soziologe, der Essayist, Kritiker und Gelehrte, der in die Freiheit verliebte, lebte ein Leben, das seiner Zeit weit voraus war“ (SZ)

„Georg Forster war nicht zufrieden, ein Dichter und Denker zu bleiben. Er betrat die Welt der praktischen Politik und spottete damit zwei deutschen Vorurteilen: dem Glauben, Politik verderbe den Charakter und der Annahme, ein Schriftsteller, der sich der Politik zuwende, könne nicht ernst genommen werden. Noch schlimmer: Er bekannte sich zu einer Politik, die revolutionär und antinational war und wurde daher von den Konservativen abgelehnt. Heute ist die Übernahme dieser Vorurteile nicht mehr nötig und die Zeit gekommen, diesen bemerkenswerten Mann zu ehren.“ (Gordon A. Craig, US-Historiker, 1969)

Mehr in Informationen zu Georg Forster gibt es hier. Abbildungen: Wikipedia